In dieser Arbeit soll eine historische Sprache im Kontext von Zeit, Raum und soziokulturellen Besonderheiten betrachtet werden. Es handelt sich um die mittelniederdeutsche Sprache. Es ist schwierig, die Grenzen des der mittelniederdeutschen Sprache zugrunde liegenden Niederdeutschen festzulegen, da das Niederdeutsche wegen des Fehlens einer Sprachnorm nicht dem modernen Prototyp einer (National-)Sprache entspricht. Da aber die Mehrheit der Sprachen der Welt nicht verschriftlicht und in dieser Weise normiert ist, kann dieser Ma?stab gar nicht bei der Entscheidung, ob das Niederdeutsche eine Sprache ist, angelegt werden. F?r die im Mittelalter rasch fortschreitende Verbreitung des Mittelniederdeutschen im norddeutschen und nordeurop?ischen Raum, sowie f?r seine Abl?sung durch das Fr?hneuhochdeutsche auf der Grundlage der mei?nischen Kanzleisprache ostmitteldeutscher Pr?gung, werden verschiedene Argumente angegeben. Einer der Gr?nde ist der Aufstieg und Niedergang der Hanse. Dollinger kommentiert diesen Vorgang folgenderma?en: Es ist merkw?rdig, wie die Gr??e und der Niedergang der Hanse sich genau in der Ausbreitung und im Verfall des Niederdeutschen spiegeln. Dieser auff?llige Zusammenhang, dass der Aufstieg, die Bl?te und der Niedergang der Hanse, mit dem Aufstieg, der Bl?te und der Verdr?ngung des Mittelniederdeutschen zeitlich zusammenf?llt, hat mich motiviert, die geschichtliche Entwicklung des Mittelniederdeutschen genauer zu betrachten. Nicht zuletzt sollen aber in dieser Arbeit auch die soziokulturellen Ver?nderungen, die nicht vordergr?ndig durch den Aufstieg und den Niedergang der Hanse begr?ndet sind, aber f?r das letztendliche Eindringen des Ostmitteldeutschen in den niederdeutschen Sprachraum ausschlaggebend waren, untersucht werden. Im ersten Teil der Arbeit soll die sprachgeschichtliche Entwicklung des Mittelniederdeutschen skizziert werden, w?hrend im zweiten Teil der Sprachwandel vom Mittelniederdeutschen zum Fr?hneuhochdeutschen im Mittelpunkt steht. Da es den Rahmen deutlich ?berschreiten w?rde, soll in dieser Arbeit nicht auf die vielf?ltigen, regional unterschiedlichen Aspekte des Sprachenwechsels eingegangen, sondern vielmehr ein allgemeiner Trend aufgezeigt werden. Vorweg bemerkt werden sollte die Tatsache, dass es sich beim Mittelniederdeutschen um eine Schriftsprache und nicht um eine gesprochene Sprache handelt. Damit eine genaue Zuordnung vorgenommen werden kann, ist dem sprachgeschichtlichen Abschnitt ein historischer Abriss ?ber die Hanse vorangestellt. Inhalt 1.Einleitung 2.Die Hanse, ein st?dtischer Kaufmannsbund der Fr?hen Neuzeit 3.Begriffsbestimmung des Mittelniederdeutschen 3.1.Niederdeutsche Sprachentwicklung bis zur Sprachstufe des Mittelniederdeutschen 3.2.Interne Periodisierung des Mittelniederdeutschen 3.3.Die L?becker Norm 3.4.Tr?gerschaft und Textsorten des Mittelniederdeutschen 4.Niedergang des klassischen Mittelniederdeutschen und Abl?sung durch die Ausgleichssprache ostmitteldeutscher (osts?chsischer) Pr?gung 4.1.Das Eindringen der hochdeutschen Sprache auf den verschiedenen Gebieten des Schriftwesens 4.1.1.Die F?rstenh?fe und die f?rstlichen Kanzleien 4.1.2.Die st?dtischen Kanzleien 4.1.3.Die Kirche 4.1.4.Die Schule 4.2.Der sprachliche Abl?sungsprozess und seine Merkmale 5.Fazit 6.Literatur Studienarbeit Autor: Siegolf Arndt (Pseudonym dokumente-online.com) Universit?t Potsdam 2015
| ISBN | 9781517247430 |
| Autor(a) | Arndt, Siegolf |
| Editora | Createspace |
| Ano de edição | 2015 |
| Páginas | 68 |
| Acabamento | Brochura |
| Dimensões | 22,90 X 15,20 |